Mystische Orte im Bayerischen Wald: Auf den Spuren der Rachelhexe
Mystische Orte Bayerischer Wald & Niederbayern – Auf den Spuren der Rachelhexe
Der Bayerische Wald bietet Besuchern eine Mischung aus atemberaubender Natur und Mystik. Als größte zusammenhängende Waldlandschaft Mitteleuropas beherbergt er nicht nur idyllische Plätze und faszinierende Sehenswürdigkeiten. Auch zahlreiche Sagengestalten sind in seinen dunklen Weiten zu Hause – darunter die geheimnisvolle Hexe vom Rachelsee.
Der Rachelsee – das sagenumwobene Erbe der Eiszeit – Geheimnisvolle Plätze in Niederbayern
Der Bayerische Wald zieht jährlich zahlreiche Besucher in seinen Bann. Allein 2019 wurden im gleichnamigen Nationalpark mehr als 1,4 Millionen Gäste gezählt. Rund die Hälfte von ihnen blieb gleich mehrere Nächte in der beliebten Urlaubsregion.
Touristen können einerseits Online-Portale nutzen, um in Hotels und Pensionen im Bayerischen Wald einzuchecken. Andererseits können sie mit ihrer favorisierten Unterkunft direkt per Mail in Kontakt treten, um ein Zimmer zu reservieren.
Direkt nach der Anreise und dem Einchecken zieht es viele von ihnen in die malerische Natur des Bayernwalds. Ein beliebtes Ausflugsziel ist dabei der Rachelsee im äußersten Norden des Gemeindegebiets von Sankt Oswald-Riedlhütte.
Mystische Orte im Bayerischen Wald – Der stillste Bayerwaldsee, der Rachelsee, ein Relikt der Eiszeit
Das spiegelglatte Gewässer liegt am Fuße des Großen Rachel. Mit 1.453 Metern handelt es sich bei ihm um den zweithöchsten Berg im Nationalpark Bayerischer Wald.
Wer eine Wanderung auf dem Rundweg Kleiner und Großer Rachel unternimmt, entdeckt nicht nur außergewöhnliche Felsformationen und die Mystik der urigen Wälder. Die Strecke führt auch an den teils steilen Ufern des stillen Rachelsees inmitten des urzeitlichen Grüns entlang.
Sowohl die spiegelnde Oberfläche des Gewässers als auch die Ruhe, die es umgibt, lassen viele Wanderer den Atem anhalten. Und das nicht ohne Grund – eine schaurig-schöne Atmosphäre umgibt den See, der aufgrund der Bodenversauerung und fehlender Kalksalze nur wenige Fische und Wassertiere beherbergt.
Der Rachelsee, die Heimat der verlorenen Seelen – Bekannte Sagen & Mythen in Bayern
Der Rachelsee gehört zu den mystischsten Orten im Bayerischen Wald. Da in dem 5,7 Hektar großen Gewässer kaum tierische Bewohner anzutreffen sind, strahlt es eine beinahe gespenstische Ruhe aus. Verstärkt wird dieser Eindruck durch seine dunkelbraune Oberfläche, die den Blick ins tiefere Wasser beinahe unmöglich macht. Wer einen Blick auf den See wirft, fragt sich daher unwillkürlich, welche Geheimnisse sich unter der stillen Wasseroberfläche verbergen.
Laut einiger bekannter Sagen aus dem Bayerischen Wald sind es die verlorenen Seelen, die im Rachelsee Zuflucht suchen. Diesen verdanke er auch seinen Namen. Denn er sei nach niemand geringerem als des Teufels Großmutter benannt: Rachel oder Rachen des Teufels.
Dass die Verlorenen und Verdammten im See nicht gestört werden wollen, versteht sich von selbst. Das belegen auch weitere Sagen und Geschichten. So heißt es in einer davon: Mutige oder gar verzweifelte Fischer, die auf den Rachelsee hinausfuhren, hörten warnende Stimmen aus seinen Tiefen. „Wer mein Geheimnis sucht, wird von mir verschlungen!“, soll eine Mahnung des Sees lauten.
Die letzte Ruhe der Rachelhexe – Geheimnisvolle Region Bayerischer Wald & Niederbayern
Zu den bekanntesten Gestalten, die mit dem Rachelsee in Verbindung stehen, gehört die Rachelhexe. Deren Sage geht zurück auf die Gräfin Maria Maximiliana Genoveva von Drexel, auch die Wecklin genannt, die bis 1772 auf Schloss Ramelsberg bei Schönberg lebte. Bekannt war sie für ihre Gier und ihre Grausamkeit Feinden und den eigenen Untergebenen gegenüber.
Als die Gräfin schließlich starb, sollte ihr Sarg mit einem Fuhrwerk zu ihrem Grab geschafft werden. Doch so sehr die Pferde auch zogen, der Wagen bewegte sich nicht vom Fleck. Erst als ein Schwarm Raben auf dem Sarg landete und sich anschließend wieder krächzend erhob, konnte die Beerdigung stattfinden.
Auf den Spuren der Rachelhexe – Bayerischer Wald mystische Orte in Niederbayern
Allerdings fand der Geist der Wecklin keine Ruhe, sondern suchte Nacht für Nacht die Bewohner des Schlosses Ramelsberg heim. Erst als ein Geistlicher, der der verstorbenen Gräfin eiserne Stiefel anlegen ließ, sie in den Rachelsee verbannte, kehrte Ruhe ein.
Wer heute den mystischen See im Bayerischen Wald besucht, kann der Legende nach bei leichtem Wind noch das Murmeln und Stöhnen der Rachelhexe in der Tiefe hören. Und nach einem Sturm sollen sogar die tiefen Abdrücke von Eisenstiefeln rund um das Seeufer zu sehen sein…




