Mit dem Auto durch den Bayerischen Wald kurvenreiche Landstraßen

Mit dem Auto durch den Bayerischen Wald: Was Fahrzeug und Fahrer auf kurvenreichen Landstraßen leisten müssen

Der Bayerische Wald ist eine der schönsten Landschaften Deutschlands und ein hervorragendes Fahrgebiet für den Kraftfahrer. Die Straßen von Passau nach Bayerisch Eisenstein gehen über mehrere 100 m Höhenunterschied in wenigen Kilometern. Kurvenreiche Landstraßen und enge Ortschaften auf der einen Seite, wechselnde Wetterverhältnisse auf der anderen machen das Fahren zur Geduldsprobe. Was dem Reisenden Genüsse und Fahrfreuden bringt, ist für Fahrzeug und Fahrer eine Belastung. Bremsen, Reifen, Motor und Sichtgeräte müssen hier öfter an ihren Grenzen arbeiten als auf ebenerdigen Autobahnen.

Der Bayerische Wald zieht sich vom Donautal bis zur grenzschützenden Tschechei hin und ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Mitteleuropa. Der höchste Berg ist mit 1456 m der Große Arber, gefolgt von Rachel mit 1453, Lusen mit 1373. Eben solche klassischen Verbindungsstraßen wie die B11 und B85 oder die Ostmarkstraße von Cham über Passau führen über hohe Rücken und tief eingeschnittene Talkessel, mit Steigungen bis 8 bis 12 Prozent auf einzelnen Abschnitten, mit den Zweibergkurven am Arber, wo man Tempo, Bremse und Gang dringend im Auge behalten muss.

Alle, die von auswärts längere Touren in dieser Gegend unternehmen wollen, sollten ihr Fahrzeug vorher auf typische Verschleißteile wie Bremsen, Reifen und Kühler prüfen lassen. Wer noch verschlissene Teile tauschen oder eine kleine Reparatur vor dem Aufbruch rein zu machen wünscht, dem sei geraten, sich Kfz-Ersatzteile gleich im Internet zu bestellen und daheim zu lagern, bis er sie vor Fahrtantritt einbauen kann. Wechsel an Bremsscheiben, Belägen oder Filtern lässt man so ohne Zeitdruck vornehmen.

Mit dem Auto durch den Bayerischen Wald kurvenreiche Landstraßen

kurvenreiche Landstraßen und Gefällestrecken erwarten den Autofahrer im Bayerischen Wald

Bremsanlage, Reifen und Fahrwerk im Belastungstest – Sicherheit beim Autofahren

Auf den Gefällstrecken arbeitet die Betriebsbremse wesentlich härter als im Flachland. Bremsscheiben und Beläge erreichen bei längerem Betrieb Temperaturen von mehreren hundert Grad. Das so genannte Fading, der durch Wärme bedingte Wirkungsnachlass der Bremse, wird ohne Verwendung der Motorbremse wahrscheinlicher. Bremsflüssigkeit muss spätestens alle zwei Jahre gewechselt werden, weil sie hygroskopisch ist und mit zunehmendem Wassergehalt ihren Siedepunkt verliert. Werte unter 180 Grad Celsius im Nasssiedepunkt gelten in der Fachpraxis als kritisch.

Das zweite große Sicherheitselement sind die Reifen. Eine gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter ist in der Bundesrepublik Deutschland vorgeschrieben. Fachverbände empfehlen bei Sommerreifen mindestens 3 Millimeter, bei Winterreifen 4 Millimeter. Auf den feuchten Waldstraßen des Bayerischen Waldes, wo vor allem die schattigen Abschnitte langsamer abtrocknen, macht sich verringertes Reifenprofil durch längere Bremswege bemerkbar. Auch der Reifendruck hat sofortigen Einfluss auf Fahrverhalten und Verbrauch. Er sollte mit den Werten im Tankdeckel oder an der Fahrertür übereinstimmen.

Profiltiefe vor Autoreise in den Bayerischen Wald überprüfen

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe ist 1,6 Millimeter – Fachverbände empfehlen bei Sommerreifen mind. 3 mm bei Winterreifen 4 mm

Sicht und Wetter – Hilfreiche Tipps für Autofahrten im Bayerischen Wald

Das Wetter im Bayerischen Wald ist rauer als im Donautal. Hier bildet sich in den Herbstmonaten oft Nebel, und auch im Winter liegen die Schneeverwehungen bis in die tiefen Lagen. Wer in der Zeit von Oktober bis April in dieser Gegend unterwegs ist, muss auf die situative Winterreifenpflicht nach StVO Paragraph 2, Absatz 3a achten. Bei Glatteis, Schneematsch, Reif oder Eisglätte sind Reifen mit dem M+S Zeichen oder dem sogenannten Alpine Symbol vorgeschrieben. Seit Inkrafttreten der Neuregelung am 1. Januar 2018 können nur solche Reifen mit dem Alpine Symbol, dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke als vollwertige Winterreifen für Neuproduktionen angesehen werden.

Die Scheinwerferwirkung ist bei frühzeitigem Dämmerungsbeginn und Nebel besonders wichtig. Halogen, Xenon und LED sind den ECE Vorschriften R112 und R123 unterworfen. Verschmutzte und falsch eingestellte Scheinwerfer mindern die Sichtwirkung erheblich. Vor der Fahrt ist auch ein unverbindlicher Blick auf Streuscheiben und ein Test für die Nebelschlußleuchte Teil guter Vorbereitung. Wischerblätter altern durch Sonnenstrahlung und Ozon, sie sollten einmal jährlich gewechselt werden.

Autofahren im Winter auf schneebedeckten Straßen

Im Winter mit dem Auto durch den Bayerischen Wald besondere Verkehrsverhältnisse für Auto und Fahrer auf kurvenreichen Landstraßen

Verhalten im Verkehr und Vorbereitung vor der Fahrt – angepasstes Fahrverhalten auf Gefälle,- und Kurvenstrecken

Ein dem Straßenverlauf angepasstes Fahrverhalten vermindert nicht nur die Belastung des eigenen Fahrzeuges und der darin fahrenden Leute. Auf längeren Gefällstrecken wird durch Zurückschalten und damit durch Nutzung der Motorbremse gleichfalls die Bremsanlage entlastet. Zu den Grundsätzen richtigen Fahrverhaltens gehört außerdem, sich nach den Verhältnissen der Straße zu richten, also die Geschwindigkeit in unübersichtlichen Kurven zu vermindern, den Abstand zum Vordermann immer weit genug zu bemessen. Gerade auf kurvenreichen Landstraßen schwanken die Verhältnisse regelmäßig.

Bevor es auf die Straße geht, sollte nach dem Prinzip Reifen, Öl, Wasser, Licht, Elektrik ein Rundgang um das Fahrzeug gemacht werden. Motoröl ist auf Mindeststand geprüft, Kühlmittel ist im markierten Bereich, Wischwasser mit Frostschutz bei kalten Temperaturen aufgefüllt, Beleuchtung ist gleichfalls kontrolliert einschließlich Bremslicht und Blinker. Bei Kälte verliert die Batterie an Kapazität.

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